Pressemitteilung zur Pkw-Dichte
Fürth, den 22. Juli 2026
Pkw-Dichte in Bayern 2026 deutlich über Bundesdurchschnitt, Städte Nürnberg und Augsburg mit niedrigsten Werten
Ingolstadt erneut mit höchster Dichte, Stadt-Land-Gefälle im Freistaat erkennbar
Die Automobilisierung im Freistaat bleibt hoch: Zum Stichtag 01.01.2026 verzeichnet Bayern eine Pkw-Dichte von 639 Pkw je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt damit weiterhin deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 593. Während die ländlichen Regionen und die Stadt Ingolstadt (738) Spitzenwerte einfahren, gehören Nürnberg und Augsburg mit unter 480 Pkw im bundesweiten Vergleich zu den Städten mit dem niedrigsten Motorisierungsgrad.
Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik auf Basis der aktuellen Daten des
Regionalatlas Deutschland mitteilt, zeigt sich die Pkw-Dichte im Freistaat im Vergleich zum Vorjahr stabil auf einem sehr hohen Niveau. Mit 639 Pkw je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner liegt Bayern um 46 Fahrzeuge über dem bundesweiten Schnitt. Dieser steigt im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,4 Prozent auf 593 Pkw je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner an, womit sich der seit 2008 anhaltende Trend einer stetig wachsenden Pkw-Dichte in Deutschland weiter fortsetzt.
Durchschnittliche PKW-Dichte in Landkreisen deutlich höher als in Städten
Beim Blick in die Zahlen lassen sich deutlich regionale Unterschiede innerhalb Bayerns feststellen. Begünstigt durch die ansässige Automobilindustrie und einen entsprechend hohen Anteil an Firmen- und Dienstfahrzeugen, hat Ingolstadt mit 738 Pkw je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner erneut die höchste Pkw-Dichte im Freistaat. Ein völlig anderes Bild zeigt sich in den beiden fränkischen und schwäbischen Großstädten. Mit Werten von unter 480 Pkw
je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner rangieren Nürnberg (468) und Augsburg (472) bayernweit ganz unten. Im bundesweiten Vergleich liegen sie damit im Bereich der geringsten sieben Prozent.
Auf Ebene der bayerischen Landkreise weisen Dingolfing-Landau (733), Rottal-Inn (731) und
Cham (728) die größte Pkw-Dichte je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner auf. Der hohe Wert in Dingolfing-Landau könnte ebenfalls zum Teil auf die ansässige Automobilindustrie zurückzuführen sein. Die niedrigsten Pkw-Dichten verzeichnen hingegen die Landkreise Fürstenfeldbruck (581), Garmisch-Partenkirchen (603) und Ebersberg (620).
Unter den 25 bayerischen Kreisen mit der geringsten Pkw-Dichte befinden sich 21 kreisfreie Städte, während lediglich vier Landkreise vertreten sind. Dies verdeutlicht das ausgeprägte
Stadt-Land-Gefälle bei der Verfügbarkeit von Personenkraftwagen.
In den bayerischen Regierungsbezirken führt das ländliche Niederbayern mit 685 Fahrzeugen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner die Spitze an, dicht gefolgt von Oberfranken (674) und der Oberpfalz (673). Am anderen Ende des Spektrums liegt Mittelfranken mit dem bayernweit niedrigsten Wert von (595).
Private Pkw-Dichte im Landkreis Coburg am höchsten
Um beim Vergleich aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland Verzerrungen durch gewerbliche Fahrzeugflotten (z. B. Miet- oder Dienstwägen) zu vermeiden, werden die Daten der privaten Pkw-Zulassungen herangezogen
Vergleicht man die private Pkw-Dichte mit der Pkw-Dichte insgesamt, zeigt sich ein differenziertes Bild. Während der Landkreis Coburg mit 671 privaten Pkw je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Bayern die höchste Dichte aufweist, hat die kreisfreie Stadt München (347) die Geringste.
In ländlichen Regionen ist die Pkw-Dichte aufgrund längerer Pendelwege und einer schwächeren ÖPNV-Infrastruktur deutlich höher als in den Städten. Ein Blick in die Pendlerbilanz 2024 des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigt: Während in den bayerischen Metropolen lediglich 24,6 Prozent der Erwerbstätigen auspendeln und die durchschnittliche Pendelstrecke 15 Kilometer beträgt, liegt der Auspendleranteil im kleinstädtischen und dörflichen Raum bei 78,1 Prozent bei einer durchschnittlichen Pendelstrecke von 24 Kilometern. Zudem legen dort 82,8 Prozent der Pendlerinnen und Pendler ihren Arbeitsweg mit dem Pkw oder Motorrad zurück, gegenüber lediglich 34,4 Prozent in Metropolen.
Stadtstaaten bilden bundesweites Schlusslicht
Im Gesamtvergleich aller Bundesländer verfestigt sich das bekannte Strukturgefälle. Während in den Stadtstaaten Berlin (mit dem bundesweiten Tiefstwert von rund 330 Pkw je
1 000 Einwohnerinnen und Einwohner), Hamburg (432) und Bremen (427) die Pkw-Dichte tendenziell leicht rückläufig ist oder stagniert, verzeichnen die Flächenländer im Süden und Westen kontinuierlich hohe Werte. Das Saarland (649) behauptet sich im Ländervergleich knapp vor Rheinland-Pfalz (644) und Bayern (639).
Auf Ebene der Städte und Landkreise hat Wolfsburg mit 976 Pkw je 1 000 Einwohnerinnen und Einwohner den bundesweit höchsten Wert, gefolgt vom Kreis Euskirchen (834) und
Wiesbaden (773).
Methodischer Hinweis:
Der Indikator gibt die Anzahl der Pkw zum Stichtag 01.01. eines Jahres gemessen an
1 000 Einwohnerinnen und Einwohnern zum 31.12. des Vorjahres wieder. Die Daten der Bevölkerungsfortschreibung basieren ab dem Berichtsjahr 2022 auf den Ergebnissen des
Zensus 2022.
Hinweise:
Mehr Ergebnisse enthält der Regionalatlas Deutschland.
