Pressemitteilung
Fürth, den 28. Mai 2026
Neue Planungsgrundlage für die kommunale Wärmeplanung jetzt im Energie-Atlas Bayern
Kehrbuch- und Zensusdaten ermöglichen detaillierten Blick auf Wärmeversorgung in bayerischen Gemeinden
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, können nun im Energie-Atlas Bayern auch auf „Baublockebene“ detaillierte Informationen zur Wärmeversorgung in bayerischen Gemeinden abgerufen werden – darunter Heizwärmebedarf und vorherrschende Energieträger. Gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) stellen das Bayerische Landesamt für Statistik (LfStat) eine Reihe neuer Karten zur Verfügung. Diese basieren auf den aktuellen Kehrbuchdaten sowie den Ergebnissen des Zensus 2022.
Fürth. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat Daten aus der Erhebung der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger für das Berichtsjahr 2023 sowie aus dem Zensus 2022 auf der sogenannten Baublockebene aufbereitet. Dieses Modell zur Datenzusammenfassung wurde eigens vom LfU konzipiert, um eine noch präzisere Analyse regionaler Energieströme zu ermöglichen. Ab sofort sind die kleinräumigen Daten im Energie-Atlas Bayern einsehbar unter: Energie-Atlas Bayern: Wärme
Kehrbuchdaten
Die Informationen aus der Erhebung der Kehrbuchdaten werden im Energie-Atlas Bayern anhand von drei Karten dargestellt. Die Karten zeigen für die am häufigsten genutzten Brennstoffe - Heizöl, Gas und feste Biomasse - das Medianalter und die summierte Nennwärmeleistung des jeweiligen Baublocks. Anhand dieser Informationen ist es möglich, Verbreitungsgebiete für die Nutzung der einzelnen Brennstoffe zu identifizieren und einen besseren räumlichen Überblick hinsichtlich der vorhandenen Wärmeversorgung zu erlangen.
Zensus-Daten
Beim Zensus 2022 wurde erstmals der überwiegende Energieträger der Heizung im Gebäude abgefragt, was bisher ungenutzte Auswertungspotenziale für die kommunale Wärmeplanung erschließt. Aus den Zensus-Ergebnissen wird beispielsweise die in der Gemeinde lokal unterschiedliche Nutzung von Energieträgern ersichtlich, wie etwa die tendenziell höhere Nutzung von Gas in Zentren oder der größere Anteil erneuerbarer Energieträger in Gebäuden jüngeren Baujahrs. Auch regionale Unterschiede ausgeprägter Nutzung von Holz in Bayern werden sichtbar.
Eine weitere Karte informiert über die dominierende Baualtersklasse. Für jeden Baublock können zusätzlich Informationen wie die Anzahl der Wohneinheiten, die Gesamtwohnfläche oder die Anzahl der Bewohner abgerufen werden. Die Ausweisung dieser Daten ermöglicht Einschätzungen zum Wärmebedarf der bestehenden Gebäudestruktur und deren zukünftige Sanierungspotenziale inkl. der möglichen Einsetzbarkeit verschiedener Heizungsarten.
Mit den Zensusdaten wurde außerdem das bestehende Modell zur Wärmebedarfsberechnung des Gebäudebestands optimiert. Diese Berechnungen stellen wiederum die Datenbasis der Wärmedichtekarten dar, welche für die Planung von Wärmenetzen eine wichtige Entscheidungsgrundlage darstellen. Im Energie-Atlas Bayern kann zwischen drei Wärmedichtekarten gewählt werden, die verschiedene Szenarien darstellen: Ist-Zustand, mittleres und ambitioniertes Sanierungsszenario.
Gleichzeitig wird aus dem o. g. Berechnungsmodell auch der kommunale Wärmebedarf für das Mischpult „Energiemix Bayern vor Ort“ des Energie-Atlas Bayern ermittelt. Mit diesem Tool lassen sich u. a. der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung, deren Potenziale und mögliche Szenarien für eine klimaneutrale Wärmebereitstellung ablesen.
Energie-Atlas Bayern
Der Energie-Atlas Bayern wird im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums vom Ökoenergie-Institut Bayern im Bayerischen Landesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung erstellt.
