Pressemitteilung
Fürth, den 26. Mai 2026
Abfallaufkommen in Bayern 2024 wieder gestiegen
Mehr Bio- und Grüngutabfälle sowie insgesamt höhere Pro-Kopf-Mengen
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, beläuft sich das Gesamtabfallaufkommen aus Haushalten und Kleingewerbe auf 6,32 Millionen Tonnen. Das sind 4,5 Prozent bzw. 18 Kilogramm pro Einwohner mehr als im Vorjahr. Dabei steigen die Mengen bei allen Abfallarten. Mit 8,5 Prozent verzeichnet das Bioabfallaufkommen den stärksten Anstieg. Das Pro-Kopf-Aufkommen von Haus- und Sperrmüll hat seit 2020 erstmals wieder zugenommen.
Fürth. Im Jahr 2024 sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik in Bayern insgesamt rund 6,32 Millionen Tonnen Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe eingesammelt worden. Das sind rund 272 000 Tonnen bzw. 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2023. Pro Einwohner fallen damit 478 Kilogramm Abfälle an. Das entspricht einem Anstieg von 18 Kilogramm im Pro-Kopf-Vergleich zum Vorjahr.
Haus- und Sperrmüll mit über einem Drittel am Gesamtaufkommen größter Posten
Bayernweit ist das Pro-Kopf-Aufkommen von Haus- und Sperrmüll im Jahr 2024 erstmals seit 2020 wieder gestiegen, auf 170 Kilogramm je Einwohner. Mit 2,25 Millionen Tonnen macht der Haus- und Sperrmüll 35,6 Prozent vom Gesamtaufkommen aller Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe aus. Damit bildet der Haus- und Sperrmüll den größten Posten bei den eingesammelten Haushaltsabfällen. Danach folgen mit 33,3 Prozent die getrennt erfassten organischen Abfälle (Garten- und Parkabfälle sowie Abfälle aus der Biotonne) und mit 29,9 Prozent Wertstoffe wie Papier, Pappe und Kartonagen sowie Behälterglas, Metalle oder Leichtverpackungen.
Anstieg bei organischen Abfällen besonders deutlich
Das Abfallaufkommen im Jahr 2024 steigt im Vergleich zum Vorjahr bei allen Abfallarten an. Betrachtet man die einzelnen Abfallarten, verzeichnen die getrennt erfassten organischen Abfälle mit 8,5 Prozent den stärksten prozentualen Anstieg bei den mengenmäßig relevantesten Abfallarten. Absolut nimmt die Menge von 1,94 Millionen auf 2,10 Millionen Tonnen zu.
Die Menge an Haus- und Sperrmüll steigt im Vorjahresvergleich von 2,17 Millionen Tonnen
um 3,4 Prozent auf 2,25 Millionen Tonnen. Dieser Anstieg ist möglicherweise auf das Hochwasserereignis in Schwaben zurückzuführen.
Bei den Wertstoffen erhöht sich das Aufkommen mit 1,2 Prozent geringfügig im Vergleich zum Vorjahr (2023: 1,87 Millionen Tonnen, 2024: 1,89 Millionen Tonnen).
Interaktive regionale Müllkarte im Statistikportal des Bundes und der Länder
Der Regionalatlas im Statistikportal des Bundes und der Länder bietet einen schnellen Überblick über die regionalen Besonderheiten der Haushaltsabfälle auf einer interaktiven Karte. Neben den verschiedenen Abfallarten lassen sich mit dem „Regionsradar“ verschiedene Regionen gegenüberstellen. Ein Klick rechts unten öffnet die Funktion „Regionsradar“. Wenn man einen Ort in der Karte ausgewählt hat, kann man im Regionsradar Nachbarschaftsvergleiche, den Deutschlandvergleich und die deutschlandweite Platzierung anzeigen lassen. Die Müllkarte ist abrufbar unter: https://regionalatlas.statistikportal.de/
Methodischer Hinweis zur Abfallerhebung
Aufgrund struktureller Unterschiede zwischen den Regionen können die Abfallmengen pro Kopf voneinander abweichen. Beispiele sind das Aufkommen von Garten- und Parkabfällen in dicht besiedelten Regionen oder Abfälle aus Biotonnen in Regionen, in denen es kein Hol-, sondern nur ein Bring-System gibt.
Zu den Faktoren gehören u. a. finanzielle Aspekte (Höhe der Entsorgungsgebühren, Angebote von privaten Entsorgungsdienstleistern), das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Müllvermeidung und /-trennung sowie außergewöhnliche Anstiege der Abfallmenge z. B. aufgrund von lokalen Wetterereignissen wie Starkregen und Überflutungen.
Hinweise:
Datenangebot zur Onlinedatenbank Genesis für bundesweite Vergleiche.
Datenangebot zur Onlinedatenbank Genesis für die Bayern-Ergebnisse:
Die Auswertung beginnt 2004, da für diesen Zeitraum die Länderdaten in der Regionaldatenbank vollständig vorliegen. In dieser Datenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind vergleichbare Daten für Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden Deutschlands zu finden.
Der Indikator „Haus- und Sperrmüll je Einwohner/-in” wurde auf Basis der Bevölkerungszahlen zum Stichtag 31.12. berechnet. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen können Abweichungen zu anderen Veröffentlichungen auftreten. Zukünftig wird der Indikator, wie ab Berichtsjahr 2024 in Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts, auf Grundlage der jährlichen Durchschnittsbevölkerung berechnet. Die Ergebnisse zum Abfallaufkommen entstammen der Statistik der öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgung. Die Daten gewerblicher Vertreter oder gemeinnütziger Organisationen werden nicht erfasst.
