Pressemitteilung
Fürth, den 23. Januar 2026
Digitale Kulturangebote nehmen zu
Neue Ausgabe „Kulturindikatoren kompakt 2025“ ermöglicht Ländervergleiche zur Entwicklung der deutschen Kulturlandschaft
Die neue Ausgabe der „Kulturindikatoren kompakt 2025“ fasst statistische Kennzahlen zu verschiedenen Kultursparten zusammen und bietet einen Überblick über die Entwicklung der deutschen Kulturlandschaft. Wie das Fachteam des Bayerischen Landesamts für Statistik hiernach mitteilt, zeigt die Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter einen Rückgang der traditionellen Kultureinrichtungen bundesweit. Gleichzeitig erfreuen sich digitale Kulturangebote einer wachsenden Beliebtheit.
Schweinfurt. Die neue Ausgabe der „Kulturindikatoren kompakt 2025“ analysiert zentrale Kennzahlen für verschiedene Kultureinrichtungen in Deutschland.
Die Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bietet
einen umfangreichen Blick auf die Entwicklung der Kulturlandschaft in Deutschland und den Ländern und ermöglicht Ländervergleiche.
Weniger Bibliotheken und Theater in Deutschland - Bayern bei Besuchszahlen auf Platz zwei
Die Publikation behandelt unter anderem die rückläufige Entwicklung klassischer Kultureinrichtungen in Deutschland. Besonders betroffen sind dabei Bibliotheken: Im Jahr 2024 existieren insgesamt 8 769 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, was einem Rückgang von 5,7 Prozent in den letzten fünf Jahren (2019: 9 297) entspricht. Auch im Theatersektor ist ein Schwund zu verzeichnen: In der Spielzeit 2022/2023 standen in Deutschland 788 Spielstätten öffentlicher Theater zur Verfügung, 2,4 Pro-zent weniger als noch fünf Jahre zuvor (2017/2018: 807 Spielstätten). Die Anzahl der Kinos verringert sich von 1 734 noch im Jahr 2019 auf 1 722 im Jahr 2024, was einem Rückgang von 0,7 Prozent entspricht. Ebenso nimmt die Zahl der Museen leicht ab. Von 6 834 Museen im Jahr 2019 sank die Anzahl bis 2023 um 0,8 Prozent auf 6 781.
Bei den Besuchszahlen zeigen sich deutliche Unterschiede im Ländervergleich. Die höchsten Besuchszahlen weisen 2024 die Bibliotheken in Berlin (3,3 Besuche je Einwohner) und Bayern (3,2 Besuche je Einwohner) auf.
Die öffentlichen Theater verzeichnen in der Spielzeit 2022/2023 insgesamt 14,3 Millionen Besucher, was einem Rückgang von knapp 25 Prozent gegenüber 18,5 Millionen Besuchern vor fünf Jahren entspricht. Auch bezogen auf 1 000 Einwohner sank die Besuchsrate von 223 im Jahr 2017/2018 auf 172 im Jahr 2022/2023. Die höchsten absoluten Besucherzahlen verzeichnen Nordrhein-Westfalen (2,1 Millionen), Bayern (2,0 Millionen) und Baden-Württemberg (1,8 Millionen).
Digitale Kulturangebote gewinnen weiter an Bedeutung
Während traditionelle Kulturorte rückläufig sind, nimmt die Nutzung digitaler Kulturan-gebote in Deutschland deutlich zu. Zwischen 2022 und 2024 steigt der Anteil der 16- bis 74-Jährigen, die Musik über Internetradio, Streaming oder Downloads hören, von 44,0 auf 61,2 Prozent, wobei besonders junge Menschen (16-24 Jahre) mit 85,3 Pro-zent diese Angebote nutzen. Ähnlich entwickelt sich der Konsum von Onlinevideos, der im gleichen Zeitraum von 45,8 auf 68,3 Prozent mit einem besonders hohen Anteil bei den 16- bis 24-Jährigen (85,1 Prozent) zunimmt. Ältere Altersgruppen greifen deutlich seltener auf digitale Musik- und Videoinhalte zurück.
Kunststudiengänge beliebt bei internationalen Studierenden
Ein weiterer Fokus von „Kulturindikatoren kompakt 2025“ richtet sich auf kulturelle Ausbildung und die Hochschullandschaft. Die Veröffentlichung zeigt, dass der Anteil der Studierenden mit im Ausland erworbener Hochschulzugangsberechtigung in der Fächergruppe „Kunst, Kunstwissenschaft“ mit 34,5 Prozent im Jahr 2024 besonders hoch ist und deutlich über dem Durchschnitt aller Fächergruppen von 26,5 Prozent liegt. Die Anteile variieren stark zwischen den Bundesländern. Während Bayern (20,2 Prozent), Niedersachsen (20,6 Prozent) und Thüringen (24,0 Prozent) die niedrigsten Werte aufweisen, liegt der Anteil in Brandenburg mit 64,0 Prozent am höchsten. Auch im Saarland (60,3 Prozent) und Berlin (55,5 Prozent) stammt mehr als die Hälfte der Erstsemester in dieser Fächergruppe aus dem Ausland.
Neben diesen Ergebnissen enthält die Broschüre „Kulturindikatoren | kompakt 2025“ weitere Daten, unter anderem zu den öffentlichen und privaten Kulturausgaben, zur kulturellen Bildung in Schulen, öffentlichen Musikschulen und Volkshochschulen sowie zu Denkmälern und UNESCO-Weltkulturerbestätten in Deutschland oder zum Arbeitsmarkt im Bundesländervergleich.
Die Broschüre ist im Statistikportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter https://www.statistikportal.de/de/veroeffentlichungen/kulturindikatoren-kompakt als PDF-Datei kostenfrei abrufbar.
Hinweise:
Die Veröffentlichung ist im Downloadbereich dieser Meldung sowie im gemeinsamen Statistikportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder als PDF-Datei kostenfrei abrufbar.
Die Publikation beinhaltet neben Daten der amtlichen Statistik auch Angaben anderer Institutionen, die Daten im Kulturbereich erfassen, und wurde im Rahmen des Projekts „Bundesweite Kulturstatistik“ im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durch das Hessische Statistische Landesamt erstellt. Im Fokus dieser Ausgabe stehen Ergebnisse aus den Jahren 2023 und 2024. Die Aktualität der ausgewiesenen Daten kann jedoch, je nach Datenquelle, variieren.
